Münchner Beschäftigte protestieren für „Zukunft statt Kahlschlag“ in der Automobilindustrie

Bundesweit Proteste an Automobil-Standorten am 21. September * Aktion mit Autokorso in München geplant * Motto des Aktionstags: „Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke”

IGM Sternfahrt 01.03.2021

17. September 2026 17. September 2026


München – Angesichts der koordinierten Angriffe der Arbeitgeber auf Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen in der Automobilindustrie ruft die IG Metall zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke” werden deutschlandweit über Hunderttausend Beschäftigte von Autoherstellern und Zulieferern ein Protestzeichen setzen für die Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland.

 

Der Aktionstag findet am Montag, 21. September, statt.

 

In München sind wichtige Betriebe der Automobil- und Automobilzulieferindustrie betroffen. Deshalb beteiligt sich auch die IG Metall München sicht- und hörbar mit einem Autokorso rund um das BMW-Werk München. „Die Beschäftigten machen heute ihrem Ärger über Abbau und Verlagerungen Luft“, erläutert Sibylle Wankel, 1. Bevollmächtigte der IG Metall München, und fährt fort: „Das freiwillige Abbauprogramm im indirekten Bereich bei BMW ist sicher nicht vergleichbar mit dem Kahlschlag bei Volkswagen oder mit den Zumutungen bei Mercedes. Dennoch macht sich die Belegschaft bei BMW Sorge, dass sie am Ende die Zeche für den Umbau der Automobilindustrie zahlen muss.“  Daniele Frijia, Kassierer der IG Metall München, ergänzt: „Die Automobilzulieferindustrie ist breit gefächert. Gerade IT- und Entwicklungsdienstleister sind in München stark vom Abbau betroffen.“

Wankel verweist auch auf das Beispiel von MAN Truck & Bus SE. Der Nutzfahrzeugbauer hatte 2025 entschieden, wesentliche Zukunftsinvestitionen nicht in München, sondern in Polen zu tätigen. Zwar habe man die heutige Belegschaft von MAN absichern können, aber perspektivisch verliere München über 1.000 Arbeitsplätze bei MAN. Wankel: „Deshalb weisen die Beschäftigten mit ihrem Protest auch darauf hin, wie wichtig der Erhalt von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie für die Münchner Wirtschaft ist. Nicht alles kann und wird von anderen Branchen aufgefangen werden.“

 

Am Autokorso beteiligen sich Beschäftigte der Münchner Automobilbauer BMW und MAN, aber auch aus den Service-Niederlassungen von Mercedes Benz, MAHAG und BMW, von IT- und Entwicklungsdienstleistern sowie aus vielen anderen Münchner Betrieben. Treffpunkt für die Fahrzeuge ist um 10:30 Uhr an der Ecke Dostlerstraße /Riesenfeldstraße in München.

 

Gegen 11 Uhr startet die Auftaktkundgebung an der Einmündung Dostlerstraße / Lerchenauer Straße (gegenüber dem Eingang zur BMW-Welt). Dort sprechen Valeria Gorschunow, Leiterin des Teams IG Metall BMW München, sowie Lucas Marchlewitz, Vorsitzender des Betriebsrats der Mercedes Niederlassung München. Anschließend, ab etwa 11:30 Uhr, fahren die Beschäftigten in einem Autokorso an der BMW-Welt vorbei über den mittleren Ring, die Moosacher Straße und die Lerchenauer Straße wieder am BMW-Werk entlang bis auf die Parkharfe am Olympiastadion.

 

Ab ca. 12:30 Uhr ist dort eine Talkrunde zu Situation und Zukunft der Automobilindustrie mit Dr. Martin Kimmich, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der BMW AG und Betriebsratsvorsitzender des Münchner Werks, Karina Schnur, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der MAN Truck & Bus SE und Betriebsratsvorsitzende am Standort München, sowie Horst Ott, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, vorgesehen. Zum Abschluss wird Sibylle Wankel, 1. Bevollmächtigte der IG Metall München, zur anstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektro-Industrie sprechen und die Teilnehmer des Aktionstages auf einen „heißen Herbst“ in München vorbereiten.

 

Entlang der Strecke besteht die Möglichkeit von Film- und Tonaufnahmen. Auch Interviews mit den namentlich genannten Personen sind möglich.